Projekt: Hannover.City 2020

Städtebaulicher und Lanschaftsplanerischer Wettbewerb. Projekt zur Zukunft und Entwicklung der Innenstadt Hannover, Wettbewerb, 2010. Engere Wahl. 
In Zusammenarbeit mit rheinflügel severin und RMP Landschaftsarchitekten, Verkehr: Lindschulte + Kloppe


Das Konzept der aufgelockerten verkehrsgerechten Stadt hat das Bild Hannovers in den vergangenen 60 Jahren wesentlich bestimmt und ist damit heute zum selbstverständlichen Bestandteil seiner Identität geworden. Umso mehr macht es Sinn, die Großzügigkeit und Leichtigkeit der Architektur bzw. des Städtebaus der 50er Jahre als schützenswertes kulturelles Erbe zu begreifen. Nirgendwo sonst wurde dieses Konzept im deutschen Wiederaufbau so konsequent umgesetzt, wie von Hannovers damaligem Stadtbaurat Hillebrecht. Die Radikalität der Umsetzung forderte jedoch ihren Tribut. Durch das Auflockern der Baustruktur und der Realisierung breiter Verkehrsadern sind zahlreiche historische Bezüge, sowie die Vielfalt der über Jahrhunderte gewachsenen Stadträume verloren gegangen. Problematischer noch ist der Verlust an Urbanität. Die dogmatische Ablehnung gefasster Räume zugunsten eines fließenden Raumkontinuums, in dem der Begriff Raum keine topologische Bedeutung mehr besitzt, führte zu einer Dominanz der Baukörper über den Stadtraum. Durch die bis heute gesammelten Erfahrungen mit Stadträumen aus dieser Zeit, formt sich aktuell ein differenziertes Bild. Moderne Architektur und ein auf Raum, wie auf erinnerte Stadtgeschichte ausgelegter Stadtbaukörper stellen keinen Widerspruch mehr dar. Urbane Räume werden mehr denn je geschätzt – auch als Wohnumfeld.
Der auf dieser Basis entwickelte Entwurf respektiert und unterstützt die Heteronomie innerhalb des weit verzweigten Wettbewerbsgebietes. Gezielte Eingriffe sollen vor allem dort erfolgen, wo die Analyse Konflikte oder aber ungenutzte Potentiale deutlich werden ließ.

Lageplan
Perspektive Am Hohen Ufer
Stadtraumstudien
Stadtstruktur